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Ausgangslage

Die Lerchenfelder Straße

Die Lerchenfelder Straße hieß bis 1862 bis zur Hausnummer 40 Rofranogasse und von da an bis zur Blindengasse Hauptstraße im Altlerchenfeld. Ab 1862 bildete die Straße die Grenze zwischen dem neuen 7. Wiener Bezirk - Neubau - und der Josefstadt. Ab 1892 erstreckte sich die Straße bis zum ehemaligen Linienwall und bildete damit von nun an eine direkte Verbindung zu den Außenbezirken Neulerchenfeld und Ottakring.
Die Lerchenfelder Straße zählt aufgrund ihrer historischen Entwicklung zu den traditionellen innerstädtischen Einkaufsstraße der Stadt Wien. Die Straße ist vorwiegend noch vom kleinteiligen, eigentümergeführten Einzelhandel geprägt und weist im Vergleich zu anderen Geschäftsstraßen ähnlicher Größe und Lage mit wenigen Ausnahmen noch keine Filialisten auf.


Strukturwandel der letzten Jahre

Städtische Zentren und Geschäftslagen sind tief greifenden
Veränderungsprozessen und Problemen ausgesetzt. Diese werden vor
allem durch den Strukturwandel im Einzelhandel verbunden mit der
Abwanderung von Wohn-, Geschäfts- und Arbeitsfunktionen ins Umland
der Städte geprägt. Aus diesem Grund verlieren die gewachsenen städtischen Zentren zunehmend ihre Bedeutung als zentrale Versorgungs- und
Verwaltungsorte sowie ihre gewachsene soziale und kulturelle Funktion.
Dies kann zu "Verödungstendenzen" führen, die sich zum Beispiel in
unzureichendem bzw. mangelndem Angebot, Leerständen und Defiziten
im öffentlichen Raum widerspiegeln.
Eine bedeutende Rolle im Veränderungsprozess spielt der Strukturwandel
im Einzelhandel. Er benötigt tendenziell immer größere Flächen, die in
innerstädtischen Lagen oft nicht vorhanden bzw. schwer bereitzustellen
sind.
Der kleinteilige, spezialisierte Einzelhandel geht zurück und wird vielfach
durch Filialen weltweit agierender Unternehmen ersetzt. Besonders
Einkaufszentren, sowohl in Außenbereichen auf der "grünen Wiese", als
auch in zentralen Lagen, stellen eine starke Konkurrenz für den
kleinteiligen Einzelhandel dar. Des Weiteren steigt der Anteil leer
stehender Geschäfte ebenso wie die Anzahl von Geschäften mit Waren
von geringer Qualität ("1-Euro-Shops").

Ein städtisches Zentrum mit seinen diversen Geschäftslagen lebt vom
Nebeneinander vieler Funktionen. Diese Mischung ist vielerorts gefährdet,
da die wichtige Säule "Einzelhandel" wie beschrieben immer mehr an
Gewicht verliert. Alternative Konzepte für andere zentrenrelevante
Nutzungen fehlen bisher weit gehend.


Zur aktuellen Situation in der Lerchenfelder Straße

So vielschichtig und lebendig Leben, Handel und Gewerbe auch in der Lerchenfelder Straße sein mögen: auch diese traditionsreiche innerstädt Lebensader zwischen 7. und 8. Wiener Gemeindebezirk hat in den letzten Jahren mit einem zunehmendem und massiven Imageproblem zu kämpfen.
Sich diesem mit eine Anzahl innovativer Aktionen und Konzepte zu widmen, zählt zu den wesentlichsten Zielen, die sich Projektteam von "Lebendige Lerchenfelder Straße" gesteckt hat.

Positive Impulse hat in diesem Bereich in den letzten Jahren bereits der bestehende lokale Einkaufsstraßenverein "IG Lerchenfelderstraße" im Rahmen der "Wiener Einkaufsstraßen" sowie in enger Zusammenarbeit mit lokalen AkteuerInnen, aber auch der lokalen Gebietsbetreuung für den 6. und 7. Bezirk gesetzt, etwa mit dem Projekt "Wir sind die Lerche". Dennoch macht sich in den letzten Jahren die zunehmende Schließung alt eingesessener Betriebe bemerkbar, die u. a. durch die euopaweite Tendenz von "1-Euro-Shops" ersetzt werden.
Dies führt zu Strukturschächen im Angebot und einem Rückgang des für eine Wohn- und Einkaufsstraße lebensnotwendigen Branchenmixes.

Seit 2005 besteht daher ein über die Aktivitäten der lokalen UnternehmerInnen-IG hinausgehendes umfangreiches Beteiligungsprojekt auf Initiative des 7. und 8. Bezirkes durch die ansässigen Gebietsbetreuungen. Dieses umfasst u. a. die Arbeitsfelder Strukturanalyse, Öffentlichkeitsarbeit, Stärken-Schwächen-Profil, Entwicklung eines Leitbildes, Definition von Zielen und Maßnahmen sowie Bildung eines Netzwerkes von lokal agierenden
Institutionen und Personen. Alle diese Arbeitspakete sowie die Ergebnisse der Arbeitsprozesse der letzten Jahre fließen auch direkt in das neue Projekt "Lebendige Lerchenfelder Straße" ein.

Zu den positiven Merkmalen der direkt von der Innenstadt in die Außenbezirke führenden Straße gehört deren gute Erreichbarkeit. Zahlreiche Verkehrsbelastungen, nicht nur zu den Hauptgeschäfts- und Verkehrszeiten, sind auf der anderen Seite auch hier vielfach die Folge.


FONDA
© 2008/2009 by lebendige lerchenfelderstrasse