

Die Lerchenfelder Straße zählt aufgrund ihrer historischen Entwicklung zu den traditionellen innerstädtischen Einkaufsstraße der Stadt Wien.
Der folgende Überblick zu markanten Orten und Gebäuden der Straße soll einen kleinen Einblick in die spannende und vielschichtige Geschichte der Lerchenfelder Straße geben:
Die Lerchenfelder Straße wird im 17. Jahrhundert zum ersten Mal namentlich erwähnt. Sie war damals der "Fahrtweg nach Ottakring" und könnte auf die ältere, bereits 1314 zum ersten Mal genannte, 1444 dem Widmerviertel zugeteilte "Kremserstraße" zuruckzuführen sein, die jedoch in den damaligen Urkunden nur ungenau topografisch festgehalten wurde, so etwa im "ante sancta Martinum" von 1398 oder 1435 als "Kremserstraße vor dem Widmertor" gegen "Sand Ullrich" hin. 1538 wird diese Straße, die von der Burg nach Nordwesten führte, zum letzten Mal erwähnt. Sie war eine der ersten Landstraßen und war insofern von großer Bedeutung für die Ansiedlung und den Handel rund um die damalige Stadt Wien.
Bis 1862 hieß die Straße bis zur Hausnummer 40 "Rofranogasse" und von da an bis zur Blindengasse "Hauptstraße im Altlerchenfeld". Ab 1862 bildete die Straße die Grenze zwischen dem neuen 7. Wiener Bezirk - Neubau - und der Josefstadt. Ab 1892 erstreckte sich die Straße bis zum ehemaligen Linienwall und bildete damit von nun an eine direkte Verbindung zu den Außenbezirken Neulerchenfeld und Ottakring.
Noch um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert befanden sich vor allem unscheinbare, gewerbebetrieblich genutzte Häuser entlang der Straße, die nach außen hin klein wirkten, jedoch über lang gestreckte Hinterhöfe verfügte, in denen zahlreiche Gewerbetreibenden tätig waren. Die Höfe erstreckten sich auf der Seite Richtung Neubau bis hin zur Neustiftgasse und aufseiten des Bezirks Josefstadt bis zur Josefstädterstraße. Bei den Neubauten des 20. Jahrhunderts wurden eine Reihe von kleineren Häusern bzw. Arealen zusammengelegt, um so auch nach außen hin Gebäude mit zum Teil prächtigen Fassaden errichten zu können.
Auersperggasse 3/Trautsongasse 2
Gleich am Beginn der Lerchenfelder Straße wohnte an dieser Adresse von 1819/20 Ludwig van Beethoven im 3. Stock, Tür 8.
Er komponierte hier u. a. das Credo seiner Missa solemnis und zog von Oktober 1820 bis März 1821 von hier in die Josefstädter Straße 57.
Lerchenfelder Straße Nr. 4/alte Nummer: Josefstadt 79
1829, 697 m2
1849 starb hier der 1772 geborene Architekt Johann Fischer, der u. a. das Wiener Landesgericht erbaute
1872-1881 befand sich hier die pantografische und topografische Abteilung des Militär-Geografischen Insituts
Lerchenfelder Straße Nr. 6/Josefstadt 78
Haus "Zum heiligen Petrus"
1705, 1829, 1087 m2
1705 eröffnete hier der Äußere Rat und Handelsmann Johann Georg Bauernfeind (1658-1721) einen Theatersaal, in dem er zuerst selbst Theater machte und nach seinem Tod wandernde Schauspielertruppen gastierten, u. a. Franz Scherzer (1776-1789)
1722 Maria Bauernfeind, geb. Gundian
1742 Peter Wolf
1748 Johanne Peter Stumpf, k.k. Leibgardetrabant
1775 Regina Stumpf
1787 kaufte Fürst Auersperg das Grundstück, hielt noch einige Jahre selbst darin ein Privattheater und errichte darin
1789 eine Vitriolölfabrik
1829 erbaute er das heute noch erhaltene Haus
Johann Georg Bauernfeind (1658-1721) war Handelsmann und äußerster Rat in Wien. 1776 kaufte er eine Parzelle, heute Lerchenfelder Straße 6, die bis in die Trautsongasse 3 reichte, und erbaute dort einen privaten Theatersaal, das sog. Bauernfeindsche Theater. Das Theater stand Wandertruppen, einer frühen Form der freien Gruppen, als Spielort zur Verfügung, und da die Adresse nahe der Stadt war und sich in einer wirtschaftlich aufblühenden Region befand, wurde das neue Theater viel besucht und beachtet. Von 1776 bis 1781 spielte hier u. a. der bekannte Prinzipal Franz Scherzer (1743-1818) mit seiner Truppe. 1778 kaufte Fürst Johann Adam Auersperg, der Besitzer des ehemaligen Palais Rofrano (später Weltz) die Realität von der damaligen Besitzerin Regina Strumpf, um seine Anlage zu erweitern. Auersperg unterstützte die Truppen weiter und so bekannte Schauspieler wie Johann La Roche oder Josef Hasenhut lernte unter anderem in der Truppe von Scherzer.
Das Programm umfasste Sprechstücke damals bekannte Autoren wie Rautenstrauch und Hafner, daneben Ballettaufführungen, Tanz und Musik; die Opern Mozarts wurden hier einem breiten Vorstadtpublikum zum Teil erstmals vorgestellt, darunter am 13.03.1786 eine konzertante Aufführung von Idomeneo unter der persönlichen Leitung des Komponisten. Am 26.03.1787 gab man hier Joseph Haydns Sieben Worte des Erlösers am Kreuz, ob es sich hierbei sogar um dessen Uraufführung handelte, ist nicht belegt.
Nachdem Scherzers Truppe die Räume verlassen hatte, nutzte der Fürst diese vorerst als Privattheater, wo er Opern, Kantaten und Ballette aufführen ließ.
1789 soll das Theater in eine Vitriolölfabrik umgewandelt worden sein, andere Pläne aus dem Jahr 1802 verweisen auf Umbaupläne zu einem Fabrikationsgelände. Vielleicht stand das Theater in dieser Zeit auch leer.
Lerchenfelder Straße Nr. 8/Josefstadt 77
Haus "Zum braunen Hirschen"
1703 Peter Leinsteiner
1707 Anton Glier, Bratelbrater*
1744 Franz Horman
1762 Josef Weiß
1767 Michael Kreutzer, Posamentierer
1787 Mathias Weigl, Weinwirt
1809 Paul Weigl
1851 Anton Vogel
1871 Johann Walek
1872 Josef Rankl, Glaser
1912 Heinrich Czala, Glaser
Die Bratelbrater hatten die Befugnis, ihre Bratöfen bei öffentlichen Feiern und zu Marktzeiten aufzustellen, anders als bei anderen Gewerben, konnte die Konzession von den Witwen behalten werden, auch wenn diese sich sich noch einmal verheirateten; um 1800 ging das Gewerbe in die heutigen Selcher auf.
Lerchenfelder Straße Nr. 10/Josefstadt 76; Ecke Lange Gasse 2
Haus "Zur goldenen Sonne"
1705 erbaut; Samuel Pals, Gastwirt
1725 Johann Georb Hofbauer, Fellfärber
1759 Elisabeth Glingosch
1767 Martin Schneider, Drahtzieher
1789 Elisabeth Schütz, geb. Schneider
1798 Anton Wagner
1802 Christof Schütz
1809 Josef Schmidt
1812 Franz Zaruba
1815 Theresia Zaruba
1824 Alois Pazzano
1842 Gottlieb Weller, Wirtschaftsdirektor
1844 Elisabeth Goldschmiedt
1872 August Goldschmiedt
1894 Christian Mörzinger-Cabos
1895 wurde das Haus neu erbaut
1896 Franz Schramm
1900 Dr. Alois Bermann, Hof- und Gerichtsadvokat
Lerchenfelder Straße Nr. 12/Josefstadt 76; Ecke Lange Gasse 1
Haus "Zum goldenen Adler"
1702 erbaut; Dr.med. Leopold Pretori (1661-1724)
1724 Leopold Münster
1725 Martin Eisschill, Gastwirt
1764 Johann Georg Sutter, kaiserlicher Hofgalanterieschlosser
1795 Sutters Erben
1798 Ignaz Maninger
1806 wurde das Haus neu erbaut
1810 Theresia Maninger
1811 Josef Großwald
1815 Konrad Welte, Gutsbesitzer
1831 Michael und Susanne Welte
1838 starb in diesem Haus der Hof- und Kammermusiker Josef Purebi (1762-1838)
1842 Josef Ponset, Gerichtsschreiber
1865 Alois Hieß und Franz Burger
1871 Wilhelm Beck
1887 Hermann und Adolf Beck, k. u. k. Hofschneider
1914 Firma Beck, k. u. k. Hofschneider
Lerchenfelder Straße Nr. 14/St. Ulrich 78
Haus "Zum grünen Tor"
1.375m2
1660 erbaut, Johann Paul Petrari, "Waxkörzler" aus St. Ulrich
1688 neu erbaut, Benedikt Graf Berchtold
1695 Anna Maria Theresia Gräfin Schrottenbach, geb. Gräfin Berchtold, heiratete später Graf von der Nath
1749 Maria Theresia Gräfin von der Nath, geb. Gräfin Zichy
1752 Louis Henry, Samtfabrikant (u. a. Piaristengasse 15)
1776 neu erbaut von Jakob Reymund, Baumeister
1804 Johann Michael Ruß
1805 Theresia Steuer
1808 Konrad Welte (siehe auch Nr. 12)
1831 Konrad Welte Sohn
1837 Mathias Greger
1852 Anna Greger
1858 Johann Schäfter, Gastwirt
1887 Ludwig Schäfter, Gastwirt
1897 neu erbaut
1902 Reinhold Kowar, Installateur
1904 Anton Dreher, Brauhausbesitzer
Das Haus "Zum grünen Tor" zählte, neben dem Rottenhof, zu den bekanntesten entlang der Lerchenfelder Straße auf der Seite des Bezirks Josefstadt. Es reichte bis zur Josefstädter Straße und zur Neudeggergasse, 1752 kaufte der Samtfabrikant Louis Henry das Areal inkl. das daneben liegende sog. "Altschafferhaus" und parzellierte die gesamten Gründe, so dass hier 1771 nicht weniger als 4 neue Häuser entstanden (Lerchenfelder Straße 26, Piaristengasse 9 und 11 sowie Josefstädter Straße 23).
Das gleichnamige Gasthaus war eines der ältesten des Bezirks und hatte ausgedehnte Stallungen und Höfe für die Fuhrwerke. Es war ein beliebtes Vergnügungslokal, in dem es u. a. im Fasching Bälle für den v. a. bürgerlichen Mittelstand der Region gab, aber auch der sog. "Wäschermädelball", der hier jährlich stattfand, zog zahlreiche BewohnerInnen an, v. a. die "harbsten Geister" und "feschesten Godeln" aus den "entern Gründ'", d. h. den Gebiten Liechtenthal, Thurn- und Himmerpfortgrund. Bei einer dieser Veranstaltungen kamen 1881 die beiden Inspektoren ums Leben; wie sie erstickten, ist bis heute nicht geklärt.
1870 erlangte das Gasthaus neuerlich Aufmerksamkeit, als hier am 1. März bei der Veranstaltung des "Panslawischen Kommers" heftige Reden gegen die "Unterdrückung des Slawen" gehalten wurden.
Zu Anfang des 19. Jahrhunderts ließen sich in der Josefstadt vor allem Beamte und Handwerker nieder, daneben siedelten sich in der Nähe der heutigen Lerchenfelder Straße und rund um St. Ulrich vor allem Musiker und Künstler an, und da die Josefstadt damals ständig an Bevölkerung wuchs, wurden auch die lokalen Vergnügungsetablissements und Gasthäuser immer wichtiger, von denen es bereits im 18. und stärker noch im Laufe des 19. Jahrhunderts eine Reihe von populären Vertretern gab wie u. a. das Vergnügungslokal "Zum grünen Tor" oder die Sträußelsäle, die sich vorerst neben dem Theater in der Josefstadt befanden und heute in die Theaterräumlichkeiten integriert sind, aber auch das Gasthaus "Zum goldenen Apfel" in der Auerspergstraße 5 oder das Wirtshaus "Zur Stadt Belgrad" in der Auerspergstraße 11, nahe am unteren Ende der Lerchenfelder Straße, war aufgrund seiner Musikantenbörse, die jeden Sa. und So. von 9 bis 11 Uhr stattfand, in ganz Wien bekannt.
Das Altschafferhaus schloss direkt an das Haus "Zum grünen Tor" an und war 1678 von Johann Georg Altschaffer erworben worden. Das Areal erstreckte sich bis zur heutigen Piaristengasse und nach hinten hinaus fast bis zur Josefstädter Straße. 1696 vergrößerte Altschaffer seinen Besitz noch durch einige weitere Ankäufe im "alten Lerchenfeld" bis hinauf auf den sog. "Strozzigrund". Aschaffer wurde 1620 geboren und war k. k. Rat, Äußerer Rat und Stadtunterkämmerer sowie kaiserlicher Hofübergeher; er besaß am Tiefen Graben das Haus "Zum weißen Hahn" und starb mit 103 Jahren im Jahr 1723.
1728 übernahm Theresia Margareta Altschaffer das Erbe
1740 Karl Altschaffer, Stadt- und Landesgerichtsbeisitzer (1703-1745) und Maria Theresia von Tron, geb. Altschaffer
1749 Maria Theresia von Tron und Gabriele Altschaffer, verh. von Bernhardt
1752 Louis Henry, Samtfabrikant (s. o.)
Um 1750 wohnte im sog. Altschafferhaus auch der Wiener Goldschmied Josef Strasser. Bei der Suche nach dem Geheimnis der Golderzeugung machte er eine Reihe von chemischen Experimenten, bei denen er vielfarbige künstliche Steine erzeugte, die Edelsteinen zum Verwechseln ähnlich sahen. Mit diesen Steinen gelangte er zu einiger Berühmtheit und wurde sogar von Kaiserin Maria Theresia mit der Weiterentwicklung seiner Erfindungen beauftragt. Mit seiner grünfarbigen Gattung wurde infolge auch das vom englischen Optiker Peter Dollond (1706-1761) entwickelte "achromatische Fernrohr" ausgestattet, mit welchen von da an farbfreie Gläser gewonnen wurden.
Strasser ging später nach Paris, wo seine Steine unter dem Begriff "Pierres de Strass" berühmt wurden. Die in Wien erfundenen "unechten Diamanten" führen seither den Namen "Strass". Strasser hatte in Paris einigen Erfolg, der jedoch nicht anhielt, denn er soll dort um 1800 gänzlich verarmt gestorben sein.
Lerchenfelder Straße 15
In diesem Haus wurde am 25. Oktober 1825 Johann Strauß Sohn geboren; 1844 übernahm er die Kapelle seines Vaters (siehe zu ihm auch LStr. 14)
Lerchenfelder Straße Nr. 16/St. Ulrich 79 = Haus Neudeggergasse 2
253 m2
1774 erbaut, Franz Karr, Bäcker
1802 Johann Karr, Bäcker
1849 Anna Karr, Bäcker
1863 Jakob Karr, Bäcker
1898 Neubau
Lerchenfelder Straße Nr. 18/St. Ulrich 99 = Haus Neudeggergasse 1
Haus "Zu den drei Bindern"
194 m2
1773 erbaut, Anton Schreiner, Binder
1794 Josef Weniger
1818 Martin Wieder
1834 Johann Grünhold, Nadler
1850 Franz Bartl, Ledergalanteriearbeiter
1876 Johann Bartl
1883 Moriz Hutterer
1911 Neubau, Karl Bittmann
1811 starb in diesem Haus der 1746 in Bayern geborene Hofbibliothekar Anton Ferdinand Reichsritter von Geusau, dessen Werke über die Stadt Wien heute noch verwendet werden.
Lerchenfelder Straße Nr. 20/St. Ulrich 100
Haus "Zum schönen Geiger"
259 m2
1776 erbaut, Andreas Geiger, Vergolder
1880 eröffnete der Wiener Musikinstrumentehersteller Michael Nowy in diesem Haus seine eigene Musikinstrumente-Werkstatt; seine Erben zogen später auf die andere Straßenseite auf die Nummer 33.
1911 Neubau, Karl Bittmann
Lerchenfelder Straße Nr. 22/St. Ulrich 101
Haus "Zum goldenen Falken"
209 m2
1779 erbaut, Josef Reymund, Baumeister*
1786 Josef Junker, k. k. Kurschmied
[...]
1813 Josef Schmeyer, Stärkemacher
[...]
1841 Georg Svoboda, Magister der Chirurgie
1851 Franz Pischa, Vergolder
[...]
1911 Neubau, Karl Bittmann
Josef Reymund war u. a. Erbauer der Ägydiuskirche in Gumdendorf.
Lerchenfelder Straße Nr. 24/St. Ulrich 102 = Piaristengasse 2
Haus "Zum grünen Kappel"
259 m2
1778 erbaut, Josef Fürlinger, Fragner
1802 Anton Marquis Visconti, k. k. Hauptmann
[...]
1911 Neubau, Karl Bittmann
1886 verstarb hier der 1801 geborene Wiener Kupferstecher Johann Baptist Geiger, ein Sohn Andreas Geigers aus der Josefstädter Straße.
Die Häuser Nr. 18, 20, 22 und 24 wurden 1911 durch deren neuen Besitzer, den Baumeister Karl Bittmann, zu einem großen Neubau (1.318 m2) zusammengefasst. 1915 übernahm der Bankier Rudolf Thorn diese Immobilie.
Die Häuser 26 bis 42 wurden in den Jahren 1772-1776 erbaut, das Haus Nr. 44 war das älteste am Strozzigrund; gemeinsam nannte man das Areal "Roter Hof":
Lerchenfelder Straße Nr. 26/St. Ulrich 142 = Piaristengasse 1
Haus "Zur goldenen Arche"
477 m2
1772 erbaut, Anton Wiesmüller, Tischler
[...]
1893 Adolf Huk
1897 Neubau, Marie Hornung
1865 starb hier am 10. Februar der 1797 geborene Porträtmaler und Kupferstecher Johann Kreuzinger, und 1870 ermordete in diesem Haus am 10. Juli die eifersüchtige Frau des Hutmachers Alexander Schnabel ihren Mann im Schlaf. Sie wurde zu lebenslanger schwerer Haft verurteilt, die Todesstrafe erließ man ihr aufgrund einer Reihe mildernder Umstände.
Lerchenfelder Straße Nr. 28/St. Ulrich 143
Haus "Zur Auferstehung"
281 m2
1773 erbaut, Mathias Bekarek, k. k. Revident
1795 Elisabeth Bekarek
[...]
1900 Fillippine Langer
1901 Neubau
1912 Wilhelhm Helmsky, kaiserlicher Rat und Maschineningenieur
Lerchenfelder Straße Nr. 30/St. Ulrich 144 und Altlerchenfeld 221
302 m2
1773 erbaut, Mathias Bekarek, k. k. Revident
1795 Elisabeth Bekarek
[...]
1900 Fillippine Langer
1901 Neubau
1903 Irma Löwenfeld
1917 Leontine Samek
1883 starb in diesem Haus der 1805 geborene Direktor des k. k. Hof- und Staatsarchivs Franz Seydl
Lerchenfelder Straße Nr. 31-33
hier starb am 7. Juli 1920 der bekannte Politiker Dr. Albert Getzmann; geb. 15.11.1851, 1882-1910 Gemeinderat, 1896-1918 Landtagsabgeordneter, 1891-1911 Reichtagsabgeordneter, 1907 Minister für öffentliche Arbeiten
Lerchenfelder Straße Nr. 32/alt: Altlerchenfeld 220
Haus "Zur Flöte"
116 m2
1781 erbaut, Friedrich Lemp, Lautenmacher
[...]
1896 Neubau
Lerchenfelder Straße Nr. 33
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts siedelte sich hier das Unternehmen der Musikinstrumenteherstellerfamilie Nowy an, das von Michael Nowy 1880 auf der anderen Straßenseite auf Nummer 20 gegründet worden war.
Lerchenfelder Straße Nr. 33-35
An dieser Adresse befand sich von 1913 bis 1976 das Phönix Kino mit einem
Fassungsraum von 569 Personen. Architekt dieses Kino-Wohnhauses war Hans Prutscher, der auch für die Planung des Opern Kinos sowie des nahe dem Phönix gelegenen "Elsa-Hofes" (Eröffnung: 1913) verantwortlich zeichnete - dem zentralen Kommunikationsort der Kinoleiter und Filmverleiher der Zeit. Es hatte Balkone und Logen und zählte zu den luxuriösten Kinos der Zeit. Das Kino diente nach seiner Schließung ab 1979 einige Jahre als Diskothek.
Heute befindet sich an der Stelle des ehemaligen Kinos der multifunktional genutzter Club Phönix Bar.
Lerchenfelder Straße Nr. 34/alt: Altlerchenfeld 219
Haus "Zur grünen Säule"
108 m2
1773 erbaut, Johann Mayer, Tandler
[...]
1783 Heindrich Damianich, Nagelschmied
[...]
1896 Neubau
Lerchenfelder Straße Nr. 36/alt: Altlerchenfeld 218
Haus "Zu den vier Evangelisten"
159 m2
1781 erbaut, Mathias Kern, Tischler
[...]
1810 Georg Wallner, Schuhmacher
[...]
1828 Josef Pauly, Rosshaarsieder
1847 Josef Pauly Sohn, k. k. Hofbettwarenfabrikant (1820-1880), von 1848-1850 im Wiener Gemeindeausschuss
[...]
1896
1904 Franz Koczor, Bettwarenerzeuger
1915 Josef Zuckermann, Beamter
Lerchenfelder Straße Nr. 38/alt: Strozzigrund 1
Haus "Zum goldenen Löwen"
805 m2
1774 erbaut, Dr. Anton Mayerherr, Arzt
1783 Franz Schuppanzig, Realakademieprofessor
1787 Johann Lang, Kaffeesieder
[...]
1893 Neubau, Karl Lechner, Bäcker, von 1885-1895 Gemeinderat
Ab 1775 befand sich hier ein Kaffeehaus, in das vor allem Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) gerne einkehrte, da es auf seinem Heimweg von den Heurigen in Neulerchenfeld und der Blauen Flasche in der Josefstädter Straße 43 lag. Es soll dabei nicht selten vorgekommen sein, dass er den damaligen Besitzer, den Kaffeesieder Johann Lang noch spät in der Nacht weckte, um einen "Schwarzen" zu bestellen. Im 20. Jahrhundert wurde in Erinnerung an Mozart das damals dort befindliche Kaffeehaus auch "Café Mozart" genannt. Heute findet man an dieser Stelle eine Filiale der Bäckerei-Kette Franz Felber & Co.
1810-1843 befand sich in diesem Haus die Trivialschule der Vorstand Strozzigrund.
Lerchenfelder Straße Nr. 40/alt: Strozzigrund 2
Haus "Zum schwarzen Adler"
685 m2
1773 erbaut, Johann Jakob Ruhländer (1712-1779), kaiserlich Elisabethanischer Trabant und Richter am Strozzigrund von 1772 bis zu seinem Tod 1779
[...]
1802 Wenzel Friedl, Schuhmacher
1806 Anton Seitz, Flecksieder
1819 Anton Schlösser sen.
1832 Anton Schlösser (1792-1861), Erzeuger chirurgischer Instrumente und k. k. Universitätsbandagist, 1848-1850 Gemeinderat; Schlösser gründete darüber hinaus 1851 den nach ihm benannten Krankenunterstützungsverein
[...]
1894 Johann Dunz
1895 Neubau
1904 Maria Zeller
1783 starb hier am 9. September der kaiserliche Kammer- und Theatermusikus Franz Steinmetz (geb. 1726) und 1796 am 22. Februar der 1738 in Prag geborene Kupferstecher Johann Ernst Mannsfeld, der 1754 nach Wien gekommen war und u. a. Mitglieder der k. k. Akademie der bildenden Künste wurde. 1780 errichtete er gemeinsam mit seinem Bruder Sebastian Mannsfeld (1752-1816 im Haus "Zum goldenen Harnisch" in St. Ulrich, heute Josefstädter Straße 27) eine Schriftgießerei und Kupferstecherei in der heutigen Strozzigasse 19. Diese ging nach seinem Tod an Johann Georg Mannsfeld (1763-1817) über.
Lerchenfelder Straße Nr. 42/alt: Strozzigrund 52
Haus "Zur Landskrone"
434 m2
1776 erbaut, Johann Lanz, Pflasterpolier
1777 Josef Ginzelmayer (144-1822), Hafner und Richter am Strozzigrund 1779-1784, 1796-1800
[...]
1895 Neubau
1913 Hedwig und Emilie Schwarz
Lerchenfelder Straße Nr. 44/alt: Strozzigrund 53
Haus "Zum grünen Adler"
1.000 m2
1696 erbaut, Johann Georg Altschaffer
1728 Margarethe Altschaffer
1740 Karl Altschaffer und Maria Tron
1749 Maria Tron und Gabriele Altschaffer
1752 Louis Henry
1774 Neubau, Anton Gerhart (1743-1810), Schneider und Weinwirt sowie Richter am Strozzigrund 1784-1788 u. 1800-1810
1810 Ignaz Müller (1772-1832), Richter am Strozzigrund 1726-1832
1833 Anna Müller
1842 Anton Müller, Dürrkräutler
1870 Anna Müller d. J.
1874 Alois Schubert und Karoline Martini
1876 Schubert-Martinische Erben
1896 Karl Hörander
1897 Neubau in der Spätgründerzeit unter dem Besitzer Hörander
1901 Eduard von Schön
Das 1696 errichtete Haus war das ältestes am Strozzigrund. Es reichte bis zur Piaristengasse. Hier starben am 2. Mai 1836 der 1757 in Groß Enzersdorf geborene akademische Maler Josef Schreier und am 12. März 1872 der in Mähren geborene Wiener Musikdirektor Josef Führich.
Lerchenfelder Straße Nr. 45
An dieser Adresse befand sich einige Jahre lang auch das Wiener Ateliertheater, das am Naschmarkt gegründet worden war und heute in der Burggasse beheimatet ist.
Lerchenfelder Straße Nr. 46/alt: Strozzigrund 54
Haus "Zum weißen Engel"
3.329 m2
1699 erbaut, Gabriel Dessinger
[...]
1744 Johann Petzer, Flecksieder
1776 Neubau
1891 Neubau
1911 Andreas Kirchmayer
Lerchenfelder Straße Nr. 48/alt: Strozzigrund 55
ab 1705 "Richterhaus", "Zum goldenen Adler", ab 1800 "Zur Frau Godel", später "Alfonshof"
2.107 m2
1704 erbaut, Urban Ottenschlager, Schuhmacher und vermutlich 1. Richter des Strozzigrundes
1710 Stefan Übl, Gastwirt
1711 Johann Modl, Stumpfsticker
1725 Kathrina Modl
1728 Sebastian Müller (1692-1774), Strumpfsticker, Richter am Strozzigrund 1746-1760, 1761-1772
[...]
1795 Anton Perwein, Gastwirt
1832 Viktoria Perwein
1836 Josef Neubauer (1804-1881), Handelsmann und Gemeinderat 1848-1850
1883 Josef Neubauer Sohn
1895 Maria Neubauer
1897 Jakob Wahliß, Porzellanhändler
1899 Neubau unter dem damaligen Besitzer Wahliß
1916 Gebrüder Neumann, Fabrikanten
Viktoria Perwein war wegen ihrer Herzensgüte und Hilfsbereitschaft im ganzen Strozzigrund bekannt und nahm zahlreiche Kinder als "Godel" (Taufpatin) an, so dass sie schon bald als "Frau Godel" bekannt wurde; sie starb 1835 im 80. Lebensjahr.
Im Haus starben ebenfalls dee akademische Maler Ludwig Schmidt (1735, Straßburg-1832), der Maler Ignaz Waidele (1776-1850) und Adalbert Graf Dziedulzycki, der ehemalige Minister von Galizien (1848-1909).
Lerchenfelder Straße Nr. 50/alt: Strozzigrund 56
Haus "Zum steinernen (goldenen) Löwen"
236 m2
1699 erbaut, Sebastian Robelt, kaiserlicher Hofschreiber
1716 Andreas Stolz, hannoveranischer Bortenmacher
1737 Margarete Stolz
1758 Josef Stolz (1712-1792), Goldarbeiter und Richter am Strozzigrund 1761-1772
1795 Stolz' Erben
[...]
1845 Neubau
1853 Josef Pfennigbauer
1879 Pfennigbauers Erben
In diesem Haus starb am 5. Jänner 1841 der akademische Kupferstecher Josef Enderle (geb. 1779, Ungarn) und am 4. April 1861 der akademische Kupferstecher Michael Aigner (geb. 1805, s. auch Haus Nr. 7).
Lerchenfelder Straße Nr. 52/alt: Altlerchenfeld 179
Haus "Zum roten Kreuz"
820 m2
1701 erbaut, Martin Gruber
1727 Wilhelm Gislenius de Tservaneux, Maler (geb. in Brüssel)
[...]
1906 Neubau, Johann Worel, Schneider
Lerchenfelder Straße Nr. 54/alt: Altlerchenfeld 178
Haus "Zum grünen Baum"
967 m2
1700 erbaut Erhart Margert (Markhardt), Träger im städtischen Waghaus, Stadt Nr. 41, später Rotenturmstraße 21
1722 Rosina Margert
1723 Johann Christof Fux
1762 Maria Riegler
1772 Neubau
1787 Anton Riegler
1788 Anna Haas
1791 Josef Bauer, Öllerer
1801 Franz Richter, Seifensieder
1845 Anna Richter
1846 Jakob Brunner, Seidenzeugmacher
1896 Leopold Brunner
1907 Jakob Brunner
1909 Sigmund Barber - ab diesem Jahr 1 Haus zusammen mit Nr. 56, insgesamt 1906 m2
1910 Neubau, Barbara Waldmann
1914 Hermann Neumann
Lerchenfelder Straße Nr. 56/alt: Altlerchenfeld 177
Haus "Zum goldenen Pelikan"
939 m2
1703 erbaut von Erhart Margert (Markhardt), Träger im städtischen Waghaus
1710 Johann Heinrich Müller, Sumulier bei der Herzogin von Lothringen
1712 Heinrich Kuns, Schokolademacher
1725 Maria Magdalena Kuns
1732 Peter Perzen, Schokolademacher
1745 Maria Anna Perzen
1765 Josef Böck
1782 Anton Witzenberger
1837 Theresia Witzenberger
1843 Thomas Ruschitzka
1861 Johann Elsner
1902 Maria Elsner
1909 Sigmund Barber - ab diesem Jahr 1 Haus zusammen mit Nr. 54, insgesamt 1906 m2
1910 Neubau durch Barbara Waldmann
1914 Hermann Neumann
1917 starb in diesem Haus der Schriftsteller und Oberkontrollor der öster.-ung. Bank Franz Kerschbaum (* 24.10.1836).
Lerchenfelder Straße Nr. 58/alt: Altlerchenfeld 176
Haus "Zur goldenen Weintraube"
860 m2
1711 erbaut durch Thomas Köpf, Kräutler
1724 Jakob Adelwart, Kräutler
1731 Mathias Auer
1745 Josef Wissiak, Tandler
1753 Heinrich Leclere, Weltpriester
1754 Lorenz May
1764 Ignaz Pötzl, Büchsenschisler
1770 Georg Rimmel, Chirurg
1780 Lorenz Konstantin, Zeugmacher
1781 Franz Duschinger
1792 Maria Anna Duschinger
1798 Theresia Mittermayer
1804 David Schubert
1806 Jakob Krutter
1815 Wenzel Dobsch
1834 Georg Setzer
1843 Katharina Setzer
1881 Hermann Lechner
1885 Albert Dub
1888 Neubau
1889 Samuel Lenk
1909 Leopold Selmeczy
Lerchenfelder Straße Nr. 60/alt: Altlerchenfeld 175
Haus "Zum roten Stern"
887 m2
1685 erbaut durch Johann Weiß, Absatzpapper
1716 Sabine Weiß
1722 Nikolaus Weiß, Schneider
1761 Maria Anna Fuhrmann
1776 August Fuhrmann, Wachskerzler
1782 Andreas Stadelmayer
1801 Josef Stadelmayer
1802 Johann Kudlich
1803 Ignaz Graf
1808 Anton Mader
1810 Katharina Ernst
1811 Wilhelm Schneider
1814 Franz Krall, Schneider
1843 Franziska Krall
1851 Josef Pfrorner
1852 Anton Brunner, Metallpresser
1883 Karl Czernay, Gastwirt
1903 Josef Czernay, Gastwirt
Lerchenfelder Straße Nr. 61
1863 wurde hier eine Volksschule für Knaben und Mädchen von der Gemeinde Wien initiiert und 1865 errichtet; die Schule gilt als Nachfolgerin der ältesten Schule am Neustift.
Die Knabenschule wurde bereits um 1800 in der Neustiftgasse 44 nachgewiesen, danach bis 1830 in der Neustiftgasse 81 und bis 1865 in der Myrtengasse 13; bis 1850 war es eine zweiklassige Trivialschule, 1850-1860 Volksschule, 1870-1884 Bürgerschule (diese wurde in die Neubaugasse 42 resp. Stiftgasse 35 verlegt) und ab 1884 wieder Volksschule.
Die Mädchenschule befand sich davor in der Burggasse 27, dann seit 1830 in der Stiftgasse 31, 1860 Burggasse 20, 1882 Stiftgasse 35; bis 1850 war es eine Trivialschule, 1850-1870 Pfarrhauptschule für Mädchen von St. Ulrich, seither eine Volksschule für Mädchen.
Lerchenfelder Straße Nr. 62/alt: Altlerchenfeld 174
Haus "Zu den zwei weißen Löwen"
792m²
1709 Andreas Egartner, Binder (1661?1736), Gastwirt und Weinvisierer sowie Richter in Altlerchenfeld 1700?1710 und 1718?1724
1773 Niklas Buck, kaiserlicher Hoftanzmeister
1755 Magdalena Pretz
1763 Johann Schneeberger, Vogelkrämer
1781 Barbara Kreuzer, geb. Schneeberger
1810 Jakob Lorenz
1816 Blasius Höfel (1792?1863), akademischer Kupferstecher, Xylograph und Druckerei-Besitzer
1819 Adam Dollhopf, Spengler
1854 Rosalia Dollhopf
1876 Johann Dollhopf
1880 Maria Groer
1896 Neubau ? ab diesem Jahr ein Haus gemeinsam mit N. 64, 1.443m²
1910 Hermann Riemerschmied
Lerchenfelder Straße Nr. 64/alt: Altlerchenfeld 173
Haus "Zum goldenen Dattelbaum"
706m²
1693 erbaut von Georg Grimm, kaiserlicher Torwart
1724 Maria Magdalena Grimm
1732 Johann Mathias Hauser, kaiserlicher Hatschier
1745 Kaspar Horn
1783 Adam Karschner
1786 Umbau
1811 Alexius Karschner, Grabltrager
1826 Franziska Haimberger, geb. Karschner
1830 Karschners Eben
1849 Georg Graf
1861 Rosalia Göschl
1871 Willibald Richthammer
1876 Johann Rauscher
1879 Franz Rupp
1888 Barbara Rupp
1895 Herrmann Lederer
1896 Neubau ? ab diesem Jahr ein Haus gemeinsam mit N. 62
1910 Hermann Riemerschmied
Lerchenfelder Straße Nr. 66/alt: Altlerchenfeld 172 = Pfeilgasse 5
Haus "Zum Elefanten"
3.050 m²
von 1699 bis 1710 befand sich hier Maria Sofia Golinger von Steinbergs Weingarten
1710 erbaut von Franz Gottlieb Pfaller, äußerlicher Rat, Apotheker (am Kohlmarkt Nr. 279, 1910 Nr. 4)
1737 Peter Neumayer
1758 Katharina Sartory
1769 Josef Winkler, Weinwirt
1775 Umbau
1782 Josef Schachtner
1806 Anna Pfannl
1810 Johann Senger, Gastwirt
1818 Eva Senger
1833 Sengers Erben
1847 Johann Senger
1867 wird das Haus mit Nr. 68 zusammengelegt und hat ab dann 3.013 m²!
1877 Anna Bärnklau, geb. Laßnig
1896 Josef Sucharipa
1897 Neubau
1902 Melanie Zimmermann
Lerchenfelder Straße Nr. 68/alt: Altlerchenfeld 171
Haus "Zum schwarzen Rössel"
2.086 m²
1701 erbaut von Johann Ernst Gaahr
1717 Wilhelm Riedl, Baumeister
1718 Johann Peren
1723 Cäcilia Peren
1729 Martin Paul Kreitmayer (1695?1758), Richter in Altlerchenfeld 1735?1746
1764 Theresia Kreitmayer
1770 Josef Christof Kammerer, Chirurg
1782 Ursula Kammerer
1789 Karl Schwinger, kaiserlicher Hofspengler
1819 Karl Schwinger, k. k. Platzhauptmann
1839 Schwingers Erben
1851 Karl Schwinger
1867 wird das Haus mit Nr. 66 zusammengelegt und hat ab dann 3.013 m²!
1887 Florian Ratz
1896 Josef Sucharina
1897 Neubau
Im Haus Nr. 68 wohnte der berühmte Wiener blinde Harfenspieler Karl Perfetta (1810?1870).
Er war ein Schüler Parish-Alvars und wurde im Laufe seines Lebens zu einem Virtuosen auf seinem Instrument und in ganz Wien bekannt, wollte jedoch nie richtige Konzerte geben, sondern zog es vor, in den Häusern und Höfen der statt zu spielen. Als man ihn einmal fragte, warum, meinte Perfetta: "Ich muss spielen alle Tage und jede Stunde und muss dabei Zuhörer haben. Da ich nun nicht stündlich Konzerte geben kann, ziehe ich das Musizieren in den Hofräumen vor." Perfetta starb am 23. April 1870 bei einem solchen Hofauftritt in der Erdbergstraße 160.
Lerchenfelder Straße Nr. 70/alt: Altlerchenfeld 170
Haus "Zur goldenen Kugel"
518 m²
1701 erbaut von Jakob Jonas
1716 Johann Georg Siegling
1749 Bartholomäus Hefferl (1708-1780), Branntweiner, Richter in Altlerchenfeld 1752-1758, 1766?1770
1782 Simon Klingenbrunner
1789 Dominik Pleyel, Weltpriester
1802 Anton Pleyel
1803 Nikolaus Ehrbacher
1806 Johann Kramer
1807 Rosalia Hof
1808 Johann Herbst
1821 Heinrich Vogel, Handelsmann, und Adam Schuh, Selcher
1834 Anna Vogel und Barbara Schuh
1862 Felix Hierath, Selcher
1863 Josef Hierath
1875 Franz Hierath
1885 Neubau gemeinsam mit Nr. 72 zu einem Hof, den Scheffelhof, 1.258m², unter der Besitzerin Maria Scheffel
Lerchenfelder Straße Nr. 72/alt: Altlerchenfeld 169
Haus "Zum goldenen Kreuz"
762 m²
1701 erbaut von Johann Paul Ungar, Richter in Altlerchenfeld 1710?1712
1716 Daniel von Macarty
1721 Christof Buchgruber, Lebzelter
1725 Maria Regina Buchgruber
1738 Adam Pichler
1759 Barbara Pichler
1773 Neubau
bis 1830 befand sich hier das Polizeikommissariat Josefstadt
1782 Ulrich Pichler, Gastwirt
1792 Anton Pleyel, gemeinsam mit Haus Nr. 70
1814 Donat Eschenbrucker, Gastwirt
1830 Eschenbruckers Erben
1835 Thomas Stregszek, Sollizitator
1843 Geschwister Eschenbrucker
1874 Gottlieb Schöllkopf
1877 Ludwig Scheffel
1885 Neubau gemeinsam mit Nr. 70 zu einem Hof, den Scheffelhof, 1.258m², unter der Besitzerin Maria Scheffel
Lerchenfelder Straße Nr. 74/alt: Altlerchenfeld 168
Haus "Zum goldenen Rössel"
1.229 m²
1687 erbaut von Simon Kayll, Kipfelbäcker
1727 Johann Georg Pfitsch, Selcher
1772 Eva Pfitsch
1813 Ludwig Maisch, k. k. Kunsthändler
1817 Johann Baumann, äußerlicher Rat, Handschuhmacher
1860 Michael Fischer
1873 Wilhelm Lehmann
1893 Kupka und Orgelmeister, Baumeister
1895 Neubau
1902 Karl Ramisch
1905 Ferdinand Mayerhofer, Fabrikant
Lerchenfelder Straße Nr. 75 (77)
1910 wurden an dieser Adresse das kleine Neubauer Kino (Neubauer Lichtspiele) errichtet, das mit 165 Sitzplätzen zu den regionalen Kinos des Bezirks zählte, und ab den 1930er-Jahrne als "Neubauton Kino" auch Tonfilm brachte. Bis zu seiner Schließlung 1980 hieß es Action Kino.
Lerchenfelder Straße Nr. 76/alt: Altlerchenfeld 167
Haus "Zum goldenen Lamm"
1.243 m²
1704 erbaut von Georg Altenberger
1712 Anna Maria Zimmermann, geb. Altenberger
1725 Zacharias Gdtangler
1733 Katharina Gdtangler
1749 Anton Hetschel
1756 Theresia Otzasek, geb. Hetschel
1784 Johann Georg Massinger (gemeinsam mit Haus Nr. 78)
1789 Anna Maria Seefried
1792 Johann Zesch
1803 Johann Kammerl
1825 Jakob Hartel
1826 Neubau
1855 Geschwister Hartel
1869 Karl Hartel, Fabrikant
1904 Maria Hartel
Lerchenfelder Straße Nr. 78/alt: Altlerchenfeld 166
Haus "Zur goldenen Sonne"
680 m²
1697 erbaut von Thomas Eder
1718 Martin Franz, kaiserl. Türhüter
1724 Katharina Franz
1753 Johann Michel
1762 Magdalena Michel
1779 Johann Georg Massinger, kaiserl. Tafeldecker, ab 1884 gemeinsam mit Haus Nr. 76
1808 Magdalena Massinger
1816 Magdalena Rack
1819 Georg Rack, Regenschori
1834 Racks Erben
1844 Franz Kreitmayer, Handelsmann
1852 Josefa Kreitmayer und Franziska Klein
1900 A. Lang, Bauunternehmer
1902 NEUBAU und Zusammenlegung mit Nr. 80 (1.531 m²)
1909 Stephan Eduard Berger
Lerchenfelder Straße Nr. 80/alt: Altlerchenfeld 165
Haus "Zur goldenen Birne"
1.118 m²
1688 erbaut von Georg Buchtler
1719 Josef Buchtler
1731 Maria Albrecht, geb. Buchtler
1753 Benedikt Eichinger
1755 Johann Heinrich Biedermayer, k. k. Hofkammerrat
1785 Ludwig Biedermayer
1846 Karoline Seidfried
1895 Seifrieds Erben
1896 Rudold Kerl
1900 A. Lang, Baunternehmer
1902 NEUBAU und Zusammenlegung mit Nr. 78 (1.531 m²)
1909 Stephan Eduard Berger
Lerchenfelder Straße Nr. 109
Altlerchenfelder Kirche
1715 wurde hier vom kaiserlichen Hof- und Mundbäcker Michael Knorr eine Kapelle errichtet, die dem Hl. Sebastian, dem Hl. Rochus und der Hl. Rosalia gewidmet war; die AnrainerInnen nannte die Kapelle aber nur "Michaelskapelle"
urkundlich ist sie als "zu den sieben Zufluchten" genannt.
Die Kapelle befand sich da, wo heute die Schottenfeldgasse in die Lerchenfelder Straße einmündet (um 1925 Höhe Nr. 192/193), damals gab es diese Kreuzung noch nicht (erst ab 1848).
1760 musste die Kapelle aufgrund des starken Anwachsens der Bevölkerung durch einen Holzbau vergrößert werden; die ältere Kapelle wurde 1780 demoliert und an ihrer Stelle eine Kirche erbaut, für die am 31. März 1781 der Grundstein gelegt wurde; am 31.März 1782 wurde die neue Kirche eingeweiht und dafür das Hochaltarbild "Die sieben Zufluchten" aus dem Belvedere hierhergebracht.
Am 22. Juli 1783 wurde die Kirche zur Pfarre erhoben.
1843 wurde der Abbruch der Kirche beschlossen, 1845 für den Bau der neuen Kirche ein Bauplatz in der heutigen Schottenfeldgasse gekauft und 1848-1861 die heutige Kirche erbaut; die alte Kirche blieb einstweilen stehen und wurde im Herbst 1862 demoliert. Heute befindet sich an der Stelle, wo die ursprüngliche Kapelle stand, ein Würstelstand.
Lerchenfelder Straße Nr. 111
Pfarrhof der Altlerchenfelder Kirche
Der Pfarrhof bestand ursprünglich aus 2 Häusern: "Zum grünen Wald", Altlerchenfeld 199, und "Zu den drei Kronen", Altlerchenfeld 200.
1859 kaufte der Religionsfonds die beiden Häuschen und legte hier 1860 den Grundstein für den Neubau des Pfarrhofes die Pläne stammten von Josef Fiedler und Friedrich Schmidt nach dem Stil der Kirche am 6. Juni 1862 wurde der Pfarrhof eröffnet.
Lerchenfelder Straße Nr. 143-145
An dieser Adresse befand sich einst das bekannte Neubauer Invalidenkino.